FAQ

 

Warum funktionieren die bisherigen Ansätze der Politik zur Reduktion der Emissionen nicht in ausreichendem Maße?

 

- CO2Steuer: Besteuerung von Emissionen sind erfahrungsgemäß keine probaten Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels. Denn eine Besteuerung verteuert lediglich unseren Konsum. Er wird dadurch aber nicht auch zwangsläufig reduziert. Die Dinge kosten dann eben einfach nur etwas mehr.

 

- Emissionsrechtehandel: Wegen sehr niedriger Kosten der Zertifikate, findet kaum eine Limitierung der Emissionen statt. Der Emissionshandel kann allerdings nur effizient zur Senkung der Emissionen beitragen, wenn weniger Zertifikate vergeben werden, als Emissionen entstehen. Tatsächlich sind aber zu viele CO2-Zertifikate im Umlauf, da seit Beginn des Emissionshandels durch die Regierungen zu viele Emissionsrechte ausgegeben wurden. Laut des Bundesumweltamts sind seit 2008 stetig mehr Zertifikate im Handel, als tatsächlich benötigt. Der Überschuss an Emissionsrechten führte deshalb zu sehr niedrigen Preisen. Außerdem berücksichtigt ein Emissionsrechtehandel auf staatlicher Ebene nicht die kleinste Einheit am Markt, den Konsument, mit der enormen Steuerungswirkung durch die Rückkopplung der Vielzahl der Verbraucher auf die Industrie.

 

- Appelle an die Industrie: Auch vertrete ich nicht die Ansicht, dass doch erstmal die Politik die Industrie dazu zwingen möge umweltfreundlicher zu werden. Das primäre Interesse der Industrie besteht darin, Profite zu erwirtschaften und nicht den Globus zu retten. Das klingt nüchtern, ist aber leider so. Man sollte nicht übersehen, dass dabei rechtliche Rahmenbedingungen zwar ausgereizt aber in der Regel eingehalten werden. Auch hier ist wieder der Dreh- und Angelpunkt, das Systemdesign so zu optimieren, damit dem egoistischen Streben nach immer mehr Wachstum und Gewinn, auf Kosten von Umwelt und auch der Ausbeutung von Mensch und Tier, sinnvoller Einhalt geboten wird.

 

- Appelle an die Menschen: Auch auf freiwillige Selbstbeschränkung und Appelle an die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen, funktioniert erfahrungsgemäß kaum.

 

 

Warum ist das Konzept einer Ressourcenwährung besser, als die Lösungsansätze der Politik?

 

Das Alternative Klimakonzept ist anders als bisherige, steuerbasierte Konzepte zur Reduktion von Klimagasen (CO2, Methan und Co.). Der Ansatz ist es nicht zu beschreiben, was jeder persönlich in seinem Alltag dazu beitragen kann, um das Klima zu retten. Das Konzept beruht vielmehr auf einer systemischen, möglichst breiten gesamtgesellschaftlichen Lösung. Es beschreibt die Limitierung der Emissionen auf ein wissenschaftlich definiertes Maximum, sowie die Bepreisung und gerechte Rationierung des persönlichen klimaschädlichen Konsums. Dazu verfolgt der Entwurf ein durchdachtes System einer komplementären Ressourcenwährung, die dem CO2 Äquivalent, der zur Wertschöpfung eingesetzten fossilen Energieträger, entspricht. Es ist gut in unser bestehendes Wirtschaftssystem integrierbar und limitiert zuverlässig den konsumbasierten Verbrauch fossiler Energieträger durch gerechte Rationierung. Marktwirtschaftliche Gesetze funktionieren im Einklang mit ökologischer Nachhaltigkeit und das Verursacherprinzip findet Anwendung auf die kleinste Einheit des Marktes, den Verbraucher. Das Besondere daran, das Alternative Klimakonzept berücksichtigt auch den Fall, dass das System einer komplementären Ressourcenwährung, initial nicht sofort von allen Ländern akzeptiert und umgesetzt wird. Es beschreibt auch die anfänglich erforderlichen Schnittstellen zum „Rest der Welt“.

 

 

Beginnt nicht Veränderung schon im Kleinen und sollte nicht jeder zuerst bei sich selbst anfangen?

 

Im Prinzip natürlich ja! Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Appelle oder auch einige wenige freiwillige Selbstbeschränkungen bei Weitem nicht die notwendige Veränderungspower bewirkt. Wenn wir tatsächlich ausschließlich darauf setzen würden, würde wertvolle Zeit verstreichen, die uns noch verbleibt, um effektive Gegenmaßnahmen umzusetzen. Wenn überhaupt, verbleiben nur noch 12 - 15 Jahre, um dem Klimawandel gegenzusteuern.

  

 

Würde dieses alternative Klimakonzept tatsächlich global umgesetzt, dann könnten ja die Reichen einfach so weitermachen wie bisher?!

 

Natürlich klingt es zunächst nach Ungerechtigkeit, wenn einige Wohlhabende mehr Kontingent zur Emission von Klimagasen hinzukaufen dürfen, als ihnen persönlich nach dem Verteilungsalgorithmus zusteht. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass viele ärmere Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern überhaupt nicht die finanzielle Möglichkeit haben, emissionsintensiven Konsum zu betreiben. Ein Gerechtigkeitsproblem an dieser Stelle entsteht ja nur deshalb, weil die Differenz zwischen Arm und Reich auf der Welt so enorm groß ist. Wenn aber durch einen solchen Emissionshandel ein signifikanter Ausgleich stattfände, indem der Wohlhabende sein Kontingent durch Zukauf von Ärmeren erweitern kann, würde dadurch ja auch der Ärmere von dem Handel profitieren, indem er Zugang zu einer neuen Einnahmequelle hätte. Die Wohlstandsdifferenz würde sich verringern. Es ergäbe sich also folglich ein sehr positiver sozialer Effekt eines individuellen weltweiten Emissionshandels, wenn Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern einen Teil ihres nicht benötigten Klima Budgets verkaufen könnten, um so beispielsweise ihren Kindern von dem Geld eine Ausbildung zu finanzieren. Es fände ein gewisser Ausgleich zwischen ärmeren und reicheren Ländern statt.

  

 

Das ist doch alles viel zu schwer umzusetzen. Wie soll das alles denn gehen?

 

Niemand hat gesagt, dass die Rettung des Klimas eine leichte Aufgabe ist. Allerdings steht auch sehr viel für uns alle auf dem Spiel, dass sich eine solche Kraftanstrengung lohnt. Bereits in den 90er Jahren, zeigte die Welt schon einmal eine bemerkenswerte Einigkeit - nämlich, als es um die dramatische Ausbreitung des Ozonlochs und den dringlichen Verzicht auf FCKW ging. ALLE Staaten der Erde waren sich einig, binnen 10 Jahren auf den Einsatz von FCKW zu verzichten und diese durch (teurere) Ersatzstoffe auszutauschen. Warum funktionierte das damals? Weil es unabdingbar war! Heute ist die Welt nicht minder gefährdet und es besteht ein ebensolcher dringlicher Handlungsbedarf.

Sollten wir mit unseren Bemühungen scheitern, wird es erheblich schwieriger sein, die Folgen des globalen Klimawandels zu managen, als es heute ist, dieses alternative Klimakonzept (oder ein anderes) auf möglichst multinationaler Ebene umzusetzen. Denn die Welt steht vor einer Jahrhundertaufgabe. Wir haben dafür aber bei weitem keine 100 Jahre mehr Zeit.

 

  

Aber die anderen Länder verursachen doch viel mehr Emissionen als wir. Sollen die doch erst mal anfangen was zu verändern!

 

Sicher könnten Sie mit dem Finger auf andere zeigen und anmerken, dass Klimaschutzmaßnahmen nur auf europäischer Ebene kaum wirkungsvoll wären. Richtig!  Dennoch sollten wir vor der eigenen Türe zuerst kehren, statt uns hinter dem Nichthandeln anderer Länder zu verbergen. Wirtschaftsstarke Industrienationen wie Deutschland, sollten ein starkes Zeichen setzen und international vorangehen, um zu zeigen, wie eine Energiewende ablaufen kann. Klimawandel ist ein Weltproblem und macht an keiner Landesgrenze halt.

 

 

Aber es gibt doch schon ein verabschiedetes Klimapaket der Bundesregierung. Wozu brauchen wir denn noch eines?

 

Das Klimapaket der Bundesregierung basiert lediglich auf einer Besteuerung. Wenn man aber nur eine Steuer auf etwas erhebt, verteuert sich zunächst lediglich der Konsum. Denn, wenn man etwas teurer macht, reduziert sich dadurch nicht zwingend auch der Verbrauch. Es bedeutet lediglich, dass der Konsum eben mehr Geld kostet. Es bliebe völlig unklar, ob die erforderliche Reduktion so umzusetzen wäre. Der Steuerungseffekt wäre daher eher unkalkulierbar und begrenzt.

 

 

Warum bedarf es denn unbedingt einer komplementären Währung, dem ECO?

 

Eine Preiserhöhung durch die Einführung einer Steuer könnte dem Konsum keinen Einhalt bieten und das Verursachen von schädlichen Klimagasen nicht reduzieren. Die Einführung des ECOs stellt sicher, dass jeder Weltbürger das gleiche Kontingent an dieser Währung erhält, die allerdings nicht grenzenlos verfügbar ist, sondern streng limitiert und jährlich neu kalkuliert. Nur auf diese Weise erreicht man den Rückgang vom Kauf schädlicher Gase verursachender Waren und eine gerechte Verteilung innerhalb der Bevölkerung. 

 

 

Das alternative Klimakonzept bedeutet für mich doch bloß wieder eine neue Beschränkung in meiner persönlichen Freiheit!

 

Ja und Nein! 

Die Rettung unseres Klimas wird nicht zum Nulltarif, und schon gar nicht nach dem Motto „Weiter so!“ möglich sein. Die Dinge brauchen endlich ihren angemessenen Preis. Allerdings wäre ein personalisierter Emissionshandel enorm effizient und konkurrenzlos gerecht, im Verhältnis zu anderen zur Debatte stehenden Konzepten zur Rettung unseres Klimas. Er ermöglichte ein Maximum an persönlicher Entscheidungsfreiheit, allerdings innerhalb ganz klar gesteckter Grenzen für alle. Wer beispielsweise nicht darauf verzichten möchte, auch weiterhin drei Fernreisen im Jahr zu unternehmen, der kann dies selbstverständlich tun, müsste sich aber dafür an anderer Stelle einschränken. Genauso wie mit herkömmlichem Geld auch.

 

 

Warum sollte die Menschheit denn heute schon Emissionen einsparen, wenn doch noch gar nicht sicher geklärt ist, ob der Klimawandel nicht doch natürliche Ursachen hat?

      

Niemand kann seriös mit absoluter Sicherheit behaupten, ob die Erderwärmung tatsächlich durch den anthropogenen Klimawandel verursacht ist oder doch ausschließlich natürliche Ursachen hat. Wir können lediglich den einen oder den anderen Informationsquellen vertrauen. Sollten sich diese Quellen tatsächlich geirrt haben oder wir alle einer Massenhysterie auf den Leim gegangen sein oder vielleicht sogar einer gigantisch angelegten Verschwörung zum Opfer gefallen sein - tja schade. Aber mehr als ein Ärgernis und einige unnötige Anstrengungen zum Schutz des Klimas hätte es nicht gekostet. Ansich nicht wirklich schlimm. Was allerdings wirklich schlimm wäre, wäre, wenn alle diese wissenschaftlichen Quellen recht behielten und wir in einigen Jahren feststellen müssten, dass doch alles genau so eintritt, wie heute prognostiziert. Wenn die Prozesse auf der Erde unübersehbar und mit unumkehrbaren Folgen beginnen zu kippen. Dann hätten wir wertvolle Zeit verschwendet, um rechtzeitig genug wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten.

 

Laut Weltklimarat (IPCC)  ist es Fakt, dass der menschgemachte Ausstoß von Treibhausgasen zumindest mitursächlich für die Erderwärmung ist. Wir sollten differenzieren in Maßnahmen, die wir beeinflussen können (menschgemachte Klimagase) und Dinge die wir nicht beeinflussen können (Vulkanausbrüche, Sonnenintervalle etc). Und die Dinge die wir beeinflussen können, sollten wir auch beeinflussen. Denn die anderen Faktoren kommen ja sowieso on top dazu.

 

 

Warum treibt man nicht einfach technische Lösungen voran, um der Erderwärmung entgegenzuwirken?

 

Es wird gegenwärtig daran gearbeitet, klimaneutrale Energieträger zur Marktreife zu bringen. Allerdings sind solche Verfahren noch aufwendig, teuer oder haben einen schlechten Wirkungsgrad. Das Problem ist einfach, dass uns die Zeit davonläuft und wir dringend jetzt damit anfangen müssen, Klimagas Emissionen strikt zu limitieren.

 

 

Was geht mich als Mitteleuropäer der globale Klimawandel an? Schließlich sind wir hier doch wahrscheinlich noch sehr lange in der komfortablen Situation, ein gemäßigtes Klima zu haben!

 

 

Jain! Möglicherweise werden Regionen in der Nähe des Äquators aufgrund steigender Temperaturen weit schneller unbewohnbar und landwirtschaftlich ertraglos werden. Aber was glauben Sie wird passieren, wenn den Menschen dort die Lebensgrundlage schwindet? Es werden Flüchtlingsströme kommen, gegen deren Ausmaß die momentane „Flüchtlingskrise“, aus Gründen von Krieg und Verfolgung, unbedeutend erscheinen wird. Gegen die Millionen Klimaflüchtlinge, die kommen werden, wird sich die Festung Europa auch mit noch höheren Mauern und Frontex nicht schützen können.

 

Außerdem: Nur einer der vielen sensiblen Kipppunkte ist der Golfstrom. Sollten die Polkappen immer weiter abschmelzen und das salzige Meerwasser „verdünnen“, droht die Gefahr des Versiegens dieser gigantischen Wärmepumpe, was das komfortable mitteleuropäische Klima gefährden würde.

 

 

 

 

tbc