Warum man die Klimakrise nicht innerhalb des Geldsystems lösen kann

 

Im Moment werden Wirtschaft und Umwelt als getrennte Systeme behandelt, was ein großes Problem ist. Denn so konkurrieren sie miteinander, und am Ende gewinnt immer die Ökonomie. Dies ist ein systemimmanentes Problem unseres gegenwärtigen Wirtschaftssystems, das auf Gewinnstreben und Übernutzung natürlicher Ressourcen fixiert ist. Deshalb können wir die Klimakrise nicht innerhalb des bestehenden Geldsystems lösen. Die vereinfachte Gleichung „Geld = Emissionen“ bringt nicht nur die allgegenwärtige Klima- bzw. Emissionsungerechtigkeit zwischen Arm und Reich anschaulich zu Tage, sondern beschreibt auch die untrennbare Kausalität zwischen Vermögen und klimaschädlichen Emissionen - solange unsere Konsumgüter noch nicht generell klimaneutral produziert werden. Verteuerungen im Kampf gegen den Klimawandel nutzen dennoch wenig. Denn eingespartes Geld durch Einschränkung oder Verzicht bzw. effizientere Technologien an der einen Stelle, wird in der Regel an anderer Stelle wieder ausgegeben - z.B. für einen zusätzlichen Urlaub (Rebound-Effekt). Auch deshalb ist es unerlässlich wirksamen Klimaschutz, bzw. unsere konsumbedingten Emissionen vom Geldsystem abzukoppeln – beispielsweise durch eine komplementäre Klimawährung! 

Überdies ist unser herkömmliches Geld alleine kaum dazu geeignet die Belastung der Ökosysteme durch unseren Konsum transparent abzubilden. Denn es gibt viele Produkte in unserer modernen Konsumgesellschaft, die zwar ökonomisch sehr günstig herzustellen sind, und folglich auch billig verkauft werden, deren Herstellung oder Betrieb aber mit hohen ökologischen Kosten für die Umwelt verbunden sind. Auch verhindert der im Produktpreis enthaltene CO2-Preisaufschlag eine wünschenswerte Transparenz, denn dieser geht nahezu gänzlich im Gesamtpreis unter. Dies erschwert den Verbrauchern die Möglichkeit sich für das klimafreundlichere Produkt zu entscheiden.

Deswegen werden wir weder durch den Zertifikatehandel noch über Verteuerungen die notwendige Emissionsreduktion erreichen, um das Klimaziel einzuhalten. Es braucht ein Modell das in der Lage ist nationalstaatliche Interessen mit globalen Notwendigkeiten zu vereinbaren. Denn die Emissionen drastisch zu reduzieren um planetare Grenzen einzuhalten, ist nicht optional, sondern obligatorisch!

Eine wirkungsvolle und zugleich sozial-gerechte Alternative könnte ein konsequent verursacherbasiertes System auf Konsumenteneben sein. Durch persönliche handelbare CO2-Budgets, und das daraus resultierende veränderte Kaufverhalten der großen Menge der Verbraucher, wird der notwendige Veränderungsdruck auf die Wirtschaft aufgebaut ihre Produktionsprozesse intrinsisch motiviert zu dekarbonisieren - hin zu deutlich mehr grünen Alternativen für die Konsumenten. Denn die Industrie produziert das was wir mit unseren begrenzten Budgets kaufen (können).

Die Klimakrise ist ein globales, multikausales und vielschichtiges Problem. Wir können sie nicht mit Einzelregelungen bekämpfen, sondern brauchen einen skalierbaren Handlungsrahmen der es uns erlaubt, auf ökologische Herausforderungen zügig und angemessen zu reagieren. Nur wenn wir unsere Wirtschafts-, Konsum- und Lebensweise nachhaltig gestalten, und ökologische wie auch soziale Gesichtspunkte gleichrangig zu ökonomischen berücksichtigen, werden wir unserer Verantwortung für zukünftige Generationen gerecht.

Dazu brauchen wir einen Paradigmenwechsel,

·        welcher Treibhausgase im Zusammenhang mit unserem Konsum zugleich lückenlos erfasst, transparent abbildet, und gerecht abrechnet.

·        hin zu einem System innerhalb dessen der Einzelne dennoch frei über sein Konsumverhalten entscheiden kann, allerdings innerhalb klar gesteckter Grenzen für alle.

·        welches ein punktgenaues und flexibles Erreichen des Klimaziels garantiert.

·        hin zu einem Modell welches administrativ relativ unaufwändig ist, und darüber hinaus zur Verringerung der sozialen Ungleichheit beiträgt.

·        weg von Maßnahmen die überwiegend auf Verteuerung bzw. Einschränkung und Verzicht setzen, überwiegend einkommensschwächere Haushalte überproportional betreffen, und die inländische emissionsintensive Industrie ins Ausland vertreiben, wo weniger strenge Umweltauflagen gelten.

·        weg von kleinteiligen oft unpopulären Maßnahmen, hin zu persönlichen handelbaren Emissionsbudgets.

 

Mit einer komplementären Klimawährung und persönlichen Emissionsbudgets zum Klimaziel

Eine sozial-gerechte und vor allem effektivere Alternative zu den gängigen Werkzeugen zur Emissionsreduktion könnte eine Klimawährung sein, die parallel zur Landeswährung existiert, und mit der die konsumbasierten CO2-Emissionen der Bürger mittels einer digitalen Kohlenstoff-Ressourcenwährung bezahlt werden. Diese Währung würde mittels persönlicher handelbarer Emissionsbudgets das Steuerungspotential für Klimaschutz in die Hände aller Verbraucher legen, und Unternehmen intrinsisch motivieren umweltfreundlicher zu produzieren.

Zusätzlich könnte ein solcher Emissionshandel auf Bürgerebene zur Verringerung der Wohlstandsschere beitragen, da nicht verbrauchtes Budget gegen Geld verkauft werden kann. Somit könnten sich einkommensschwächere Haushalte, oder Bürger ärmerer Länder, die meist weniger klimaschädlich konsumieren, ein zusätzliches finanzielles Einkommen sichern. Das Modell würde eine sozio-ökologische Transformation fördern, indem es die Verantwortung und das Steuerungspotential für Klimaschutz auf die Konsumenten überträgt, und gleichzeitig ohne zusätzliche ordnungsrechtliche Verteuerungen auskommt. Darüber hinaus entbindet es die Politik kleinteilige und oft unpopuläre Maßnahmen zu verhängen, umzusetzen und kontrollieren zu müssen.

 


Mehr dazu unter: www.saveclimate.earth